Führungszeugnis in Berlin beantragen

Führungszeugnis in Berlin beantragen

Der zukünftige Arbeitgeber, das Amtsgericht oder eine andere Behörde in der Bundesrepublik Deutschland verlangt ein Führungszeugnis oder erweitertes Führungszeugnis. Dieses in Berlin zu beantragen ist gar nicht so schwer wenn man weiß, wo es hilfreiche Tipps zur Beantragung des Führungszeignis Berlin gibt.

Was ist ein Führungszeugnis?

Das Führungszeugnis ist eine behördliche Bescheinigung über, zum aktuellen Zeitpunkt, registrierte Vorstrafen einer Person. Diese Daten werden im Bundeszentralregister (BZR) vom Bundesamt für Justiz für einen bestimmten Zeitraum gespeichert. Als Datengrundlage werden die, nach §3 des Bundesentralregistergesetz (BZRG), rechtskräftigen Entscheidungen der Strafgerichte und zum Teil auch ausländische, strafrechtliche Verurteilungen gegen Bürger der Bundesrepublik Deutschland oder in Deutschland gemeldeten, ausländische Personen, verwendet. Wer noch mehr über die Inhalte des Führungszeugnisses wissen möchte findet weiterführende Informationen zum § 32 BZRG im Juristischen Informationssystem der BRD.

Unterschied zum Bundeszentralregisterauszug

Zwischen Führungszeugnis und Bundeszentralregisterauszug gibt es große Unterschiede. Der vollständige Bundeszentralregisterauszug  eines Berliner Bürgers darf nur an das zuständige Amtsgericht in Berlin versendet werden und muss nach der Einsichtnahme durch den Antragssteller unverzüglich vernichtet werden. Dieses Dokument ist nicht für die Weitergabe an beispielsweise Arbeitgeber oder behördliche Institutionen legitimiert. Für diesen Zweck gibt es das Führungszeugnis, welches nicht den kompletten Inhalt wie der Bundeszentralregisterauszug enthält.

Verschiedene Führungszeugnisse

Es gibt unterschiedliche Ausführungen auf die wir hier etwas näher eingehen möchten:

Das private Führungszeugnis
Für die Vorlage beim Arbeitgeber genügt ein einfaches (privates) Führungszeugnis. Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes ist die Anforderung durch den Arbeitgeber nur bei sicherheitsrelevanten Beschäftigungen wie dem Geld- und Werttransport, Bewachung, sonstige sicherheitsrelevante Berufe und im Umgang mit Kindern und Jugendlichen zulässig.

Das erweiterte Führungszeugnis
Zum Zwecke des Schutzes Minderjähriger kann seit 01.05.2010 auch unmittelbar nach § 31 Abs. 2 BZRG das erweiterte Führungszeugnis vom zukünftigen Arbeitgeber in Berlin angefordert werden. Es enthält, im Gegensatz zum privaten Führungszeugnis, auch Inhalte, die wegen Fristablauf oder Geringfügigkeit nicht mehr in dem einfachen Führungszeugnis aufgeführt wären. Insbesondere handelt es sich hier um Auffälligkeiten wie z.B. Menschenhandel, Verbreitung pornographischer Schriften und Exhibitionismus

Das behördliche Führungszeugnis
Für Bewerbungen bei einer Behörde kann vom zukünftigen Arbeitgeber die Einsicht in das behördliche Führungszeugnis verlangt werden. Die Unterschiede zu den beiden anderen Arten sind in § 32 des Bundeszentralregistergesetz einzusehen.

Wie beantrage ich ein Führungszeugnis in Berlin?

Beantragen kann es jede natürliche Person, sobald sie das 14. Lebensjahr erreicht hat, oder deren gesetzliche Vormund. Die Beantragung beim Bundesamt für Justiz in Bonn ist sowohl Online, als auch bei der Meldebehörde, dem Einwohnermeldeamt oder dem Bürgeramt in Berlin gegen Gebühr möglich. Bei der behördlichen Beantragung über die jeweiligen Amtsstellen in Berlin ist ein amtlicher Lichtbildausweis (Personalausweis oder Reisepass) vorzulegen oder, bei der schriftlichen Beantragung, in Kopie mit einzureichen. Beim schriftlichen Einreichen von kopierten Dokumenten ist unbedingt auf eine amtlich oder öffentlich beglaubigte Unterschrift des Antragsstellers zu achten.

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung und ist lediglich als erste Vorabinformation nach aktuell gültigem Rechtsstand zu sehen. Wenn sie Fragen zum Führungszeugnis in Berlin haben empfehlen wir ihnen das Aufsuchen eines Rechtsbeistandes.